Wasserrettungdienst in der Lübecker Bucht

Der Wasserrettungsdienst in der Lübecker Bucht wird durch die DLRG Haffkrug-Scharbeutz e.V. in Zusammenarbeit mit dem Zentralen Wasserrettungsdienst Küste der DLRG erbracht. Organisatorisch besteht der Wasserrettungsdienst aus den zwei eng miteinander kooperierenden Wasserrettungsstationen Timmendorfer Strand und Scharbeutz. Beide Wasserrettungsstationen haben ihre eigene Hauptwache und Unterkunft, was die Hiearchien flach hält und die räumlichen Zuständigkeitsbereiche auf eine handhabbare Größe reduziert. Beide Stationen greifen auf den gleichen Pool an Fahrzeugen, Booten und technischem Material zu und teilen sich seltener benötigte Ressourcen wie Boote für den Einsatz bei größeren Lagen außerhalb der Badezone und etwa Unbemannte Luftfahrzeuge. Das hohe Maß an Gemeinsamkeiten ermöglicht das Realisieren von vielseitigen Synergieeffekten: Es können aufeinander abgestimmte Einsatzkonzepte realisiert werden, es können Einsatzkomponenten, wie etwa Notfallkoffer, einheitlich gestaltet werden und es können im Bedarfsfall Einsatzkräfte bedarfsgerechter eingesetzt werden.

Taktisch besteht der Wasserrettungsdienst auf beiden Stationen aus folgenden Komponenten:

Wasserrettungsstationen

Etwa alle 500 Meter befinden sich Wasserrettungsstationen am Strand. Sie sind jeweils durch zwei Rettungsschwimmer besetzt. Die Einsatzkräfte beobachten das Geschehen im Wasser und am Strand und können im Bedarfsfall direkt eingreifen. Planungsgrundlage ist, dass von den Stationen im Normalfall jeder Punkt im bewachten Gebiet innerhalb von 90 Sekunden erreicht werden können soll. Jede Station ist mindestens mit einem Notfallkoffer vom Typ "Standard", Gurtrettern für beide Rettungsschwimmer, Funk, sowie einem Rettungsmittel zum Überbrücken größerer Strecken, wie etwa einem Rettungsbrett, ausgestattet. 

Inflateable Rescue Boats (IRB) / Strandrettungsboote

Mit einer Abdeckung von 90 Sekunden innerhalb der Badezone sind kleine, wendige, extra für den strandnahen Bereich vorgesehene Schlauchboote im Einsatz. Sie werden zusätzlich zu den Rettungsschwimmern geplant, so dass für den Fall, dass die Einsatzstelle nicht innerhalb von 90 Sekunden durch den Rettungsschwimmer erreichbar ist, dies über das Boot realisiert wird. Die Aufgabe dieser Boote ist, im Einsatzfall den Patienten auf dem kürzesten Weg ohne zeitraubender Behandlung auf dem Boot zum Strand und damit zur weiterführenden medizinschen Versorgung zu bringen, da eine Behandlung an Land effizienter ist. Da dieses Vorgehen maximal 30 Sekunden dauert, ist der Patient nach maximal 120 Sekunden nach Sichtung des Notfalls in medizinischer Versorgung an Land. Die Rettungsschwimmer auf den Türmen bilden zusammen mit den IRBs die Einsatzkräfte, die nach der kürzesten Reaktionszeit von 90 Sekunden an der Einsatzstelle sind.

All-Terrain-Vehicles (ATV) / Strandfahrzeuge

Zeitlich den Rettungsschwimmern und IRBs nachgelagert erfolgt durch unsere ATVs die weitere sanitätsdienstliche Versorgung der Patienten. Sie werden gleichmäßig über den Strand verteilt, so dass sie innerhalb von 180 Sekunden jede Einsatzstelle erreichen können und unterstützen die Rettungsschwimmer und IRB-Besatzungen. Diese Fahrzeuge werden im mit sanitäts- oder rettungsdienstlichem Personal besetzt. Auf diesen Einheiten ist ein Notfallkoffer vom Typ "Erweitert", ein Automatisierter Externer Defbrillator (AED), ein Spineboard und ein Rettungsbrett verlastet. 

Seeboote

Bei größeren Lagen im Wasser, bei denen mehr Kraft zum Schleppen oder mehr Platz an Bord benötigt wird, stehen nach 300 Sekunden größere Rettungsboote zur Verfügung. Diese verfügen - wie auch die ATVs - über eine Notfallausrüstung vom Typ "Erweitert", einen AED sowie ein Spineboard. Zusätzlich verfügen diese Einheiten über einen Kindernotfallkoffer. Zur besseren Koordination mit den Einheiten der Seenotrettung und anderen Wasserfahrzeugen steht neben dem DLRG Betriebsfunk auch Seefunk und ein Kartenplotter mit Sonar und AIS-Empfang zur Verfügung. Von diesen Einheiten befinden sich im Normalfall zwei im Wasser. Ein Boot befindet sich andauernd auf Kontrollfahrt im Wachgebiet und kann ohne Ausrückzeit zum Einsatz alarmiert werden. Das zweite befindet sich auf Standby im Hafen Niendorf und kann im Bedarfsfall hinzu alarmiert werden. In regelmäßigen Abständen werden beide Boote getauscht, um einer von beiden Mannschaften eine Pause zu verschaffen.

Unbemanntes Luftfahrzeug

Im Falle eines Sucheinsatzes steht innerhalb von 300 Sekunden zusätzlich ein unbemanntes Luftfahrzeug vom Typ "MULTIROTOR G4 Search & Rescue" zur Verfügung. Hiermit können Personen unter Wasser gesucht werden und bei größeren Einsatzlagen Luftbilder zur besseren Einsatzführung zur Verfügung gestellt werden.