Unterströmung in der Lübecker Bucht

Unterströmung in der Lübecker Bucht

Bei Wetterlagen mit östlichen Winden (speziell Nordost) kommt es in der Lübecker Bucht regelmäßig zu einer ausgeprägten Unterströmung zwischen den Seebrücken Scharbeutz und Timmendorfer Strand. Besonders stark ist dieses Phänomen im Bereich der "Kammer", dem Bereich um die Ostseetherme Scharbeutz. Die hier beobachtete Strömung kommt nicht speziell durch Sandbänke, sondern durch die topographischen Gegebenheiten in der Lübecker Bucht zustande. Daher ist die diese Strömung nicht mit einer Rippströmung, welche durch Sandbänke verursacht wird und weltweit für ca. 80% der Badeunfälle an Küsten verantwortlich ist, zu verwechseln. Die Unterströmung in der Lübecker Bucht ist nicht auf einen kleinen Rippkanal, aus dem sich einfach rausschwimmen lässt, beschränkt. Zur Erklärung der Unterströmung, die hier beschrieben wird, kann nebenstehendes Bild verwendet werden: Bei nordöstlichen Winden wird das Wasser in der Lübecker Bucht überwasser in Richtung Strand gedrückt (blaue Pfeile). Da das durch den Wind transportierte Wasser wieder zurückfließen muss, strömt es dorthin, wo kein Wind herrscht: Unter die Wasseroberfläche. Hierzu strömen die Wassermassen etwas unter Wasser, ca. 0,5m - 1m (gelbe Pfeile).  Dies passiert an der Stelle, welche sich am weitesten in Windrichtung befinden; In der der Lübecker Bucht zwischen den Seebrücken Scharbeutz und Timmendorfer Strand (der genaue Ort hängt von der Windrichtung ab). Vom Wind nicht mehr an der Wasseroberfläche getrieben, strömen die Wassermassen unter Wasser zurück auf das offene Meer (roter Pfeil). Dies kann mit einer Geschwindigkeit von mehr als 2m/s passieren - zu schnell um dagegen anzuschwimmen. Die Strömung ist im unmittelbaren Uferbereich so stark, dass sie an schwachen Tagen Kinder, an starken Tagen Erwachsene von den Beinen reißen kann und ins Meer ziehen kann. Nochmals gefählicher ist die Strömung, da man Sie über Wasser nicht sehen kann und das Wasser an Tagen mit starker Unterströmung durch seine hohe Temperatur gerade zum Baden einlädt (warmes Wasser ist im Sommer an der Wasseroberfläche und wird hier durch den auflandigen Wind an Land gedrückt).

Um nicht Opfer dieser Strömung zu werden, empfehlen wir Folgendes:

Schwimmen Sie nur in bewachten Bereichen! Bewachte Bereiche lassen sich durch die Beflaggung vor den Stationen erkennen. Schimmen Sie zwischen den Flaggen vor den DLRG-Stationen. Beachten Sie die Beflaggung vor den Stationen. Achten Sie auf Ihre Kinder. Lassen sie bei gelber Beflaggung Ihre Kinder nicht ins Wasser. Wenn Sie selber kein absolut sicherer Schwimmer sind, bleiben Sie bei gelber Beflaggung an Land. Gehen Sie bei roter Beflaggung unter keinen Umständen ins Wasser! Selbst Rettungsschwimmer gehen bei solchem Wetter nur nach genauer Beurteilung und wenn Sie wissen, dass ein Rettungsboot auf dem Weg ist, ins Wasser. 

Sprechen Sie mit den Rettungsschwimmern an den Stationen. Sie können sie zur Sicherheitssituation in Ihrem Badegebiet beraten.

Sie würden gerne schwimmen gehen, aber es bestehen Warnungen durch Unterströmung an dem Strandabschnitt, an dem Sie sich befinden? Schauen sie hier, oft ist Unterströmung nur ein lokales Phänomen und an einem anderen Strandabschnitt ist es besser!

Sollten Sie beobachten, dass ein Badegast Opfer der Unterströmung wird, verhalten Sie sich folgendermaßen:

Bewahren Sie Ruhe! Begeben Sie sich nicht in Gefahr! Alarmieren Sie die Rettungsschwimmer (04503/880310 im Bereich Sierksdorf/Haffkrug/Scharbeutz, 04503/701701 im Bereich Timmendorfer Strand/Niendorf, im Zweifel 112). Sollten Sie eine Person untergehen sehen, merken Sie sich möglichst genau die Position.