Details

29.05.2018 Dienstag Heißer Start in die Saison 2018

Archivbild

Rettungsschwimmer haben alle Hände voll zu tun

Gerade zwei Wochen ist die neue Saison alt und das Wetter war überraschend gut. Normalerweise werden zu dieser Zeit im Jahr letzte Feinabstimmungen am Material vorgenommen und letzte Details an den Abläufen, die jedes Jahr etwas verbessert werden, optimiert. Obwohl noch kein Bundesland Sommerferien hat, waren in den letzten zwei Wochen auf den Wachen Timmendorfer Strand und Scharbeutz genug ehrenamtliche Rettungsschwimmer im Einsatz, um annähernd den in der Hauptsaison üblichen Betrieb zu gewährleisten.

Die ersten Herausforderungen bot das Pfingstwochenende, an dem sich mehrere medizinische Notfalleinsätze im Strandbereich ereigneten. Am Pfingstsonntag bewegte sich ein Katamaran ohne Besatzung im flachen Wasser vor der Hauptwache Timmendorfer Strand. Von der mutmaßlich auf See überbordgegangenen Besatzung fehlte jede Spur, also wurde ein großes Suchmanöver in Zusammenarbeit mit der Polizei, sowie dem Seenotrettungsboot "HANS INGWERSEN" / Station Travemünde und dem Marine Rescue Coordination Center (MRCC) der DGzRS in Bremen in Gang gesetzt. Die Besatzung konnte durch einen anderen Segler vor Timmendorfer Strand aufgefunden werden, welcher den Transfer an den Strand vornahm. Hier wurde eine Erstversorgung/Abklärung durch Sanitäter der Wasserrettungsstation Timmendorfer Strand vorgenommen.


Am Pfingstmontag wurden unsere Bootsbesatzung vom Regattabetrieb des Yacht Club Scharbeutz e.V. (YCSO) zu einem sinkenden Segelboot alarmiert, dessen Besatzung bereits im Wasser schwamm. Die schwimmenden Personen wurde während der Anfahrt der Rettungsboote bereits von einem Regattabegleitboot des YCSO gerettet. Durch die Scharbeutzer Motorrettungsboote, die zur Absicherung der Pfingstregatta des YCSO eingesetzt waren, konnte der Havarist vom Sinken abgehalten und stabilisiert werden. Dieser wurde dann nach Sierksdorf geschleppt.

Ebenfalls am Pfingstmontag mussten die Rettungsschwimmer der Station Timmendorfer Strand gleich zweimal einen erschöpften Schwimmer aus der Ostsee retten. Der Patient kam mit dem Schrecken davon.

Am Dienstag und am Donnerstag beteiligten sich unsere Rettungsschwimmer auf Anforderung der Integrierten Regionalleitstelle Süd (IRLS Süd) an Suchaktionen nach vermissten Personen im Strandbereich. Über die Woche ereigneten sich mehrere chirurgische Notfälle, bei denen die Rettungsschwimmer Hilfe geleistet haben.

Am Donnerstag wurden unsere Sanitäter von der IRLS Süd zu einen First-Responder-Einsatz mit dem Einsatzstichwort "angefahrene Person" an die Kreuzung Seestraße/Hamburger Ring gerufen. Hier wurde ein Kind von einem Autospiegel erfasst. Durch die DLRG-Helfer wurde hier die Zubringung des Notarztes vom gelandeten Rettungshubschrauber (RTH), sowie die Betreuung der Beteiligten übernommen.

Ebenfalls am Donnerstag wurde ein erschöpfter Surfer in der Hafeneinfahrt Niendorf durch ein Timmendorfer IRB gerettet. Am Freitag kamen Timmendorfer Rettungsschwimmer einem Kind, welches sich auf dem Spielplatz am Hafen Niendorf verletzt hatte, zur Hilfe. Am Samstag ereigneten sich aufgrund des heißen Wetters mehrere kreislaufbedingte Notfalleinsätze, davon war eine Person zeitweise nicht ansprechbar.

Am Samstagabend ergaben sich mehrere technische Hilfeleistungseinsätze bei denen Havaristen (Motorboote/Jetski) mit technischen Problemen am Antrieb durch die Nivea 100 wieder an Land geschleppt werden mussten. Unsere Absicherungsbesatzung bei der Ancora Boat Show in Neustadt wurde seitens der Veranstaltungsleitung in Kenntnis gesetzt, dass es zwischen einem Jeski und einem Boot vor Neustadt einen Zusammenstoß gegeben hat. Die beiden Rettungsboote machten sich zusammen mit dem Seenotrettungskreuzer "HANS HACKMACK"/Station Grömitz auf die Suche nach der Unfallstelle. Da die verunfallten Personen durch Messemitarbeiter und einen Segler gerettet werden konnten, haben wir den Einsatz abgebrochen (LN Bericht hier).

Ebenfalls am Samstagabend wurde eine der Einsatzdrohnen der DLRG durch die IRLS Süd zur unterstützung der Feuerwehr an den Großen Pönitzer See alarmiert. Hier war eine 73-jährige demente Urlauberin vermisst. Mittels Drohne wurde hier der Uferbereich des Pönitzer Sees mit dem Schilfgürtel aus verschiedenen Höhen und Perspektiven großflächig mit Normalicht-/Restlicht-/Wärmebildkamera abgesucht. Auf Anweisung der Einsatzleitung wurden ebenfalls zwei Wohngebiete mit einem automatischen Suchraster und den verschiedenen Kameramodi abgesucht. Alternativ hätte jeder Garten durch die Einsatzkräfte fußläufig abgesucht werden müssen. Nach 1.5 Stunden haben die Einsatzkräfte der DLRG den Einsatz in Absprache mit der Einsatzleitung beendet, da es keine Anhaltspunkte gab, wo mittels Drohne gesucht werden konnte und es langsam dunkel wurde. Die Dame konnte am Sonntagmorgen in Neustadt ausfindig gemacht werden. Sie war zu Fuß nach Neustadt gelaufen und dort zu einem wildfremden Mann ins Auto gestiegen (LN Bericht hier).

Der Sonntag verlief mit einigen chirurgischen Notfällen eher ruhig.

Kategorie(n)
WRD, Verein, Regatta

Von: Christoph Niemann

zurück zur News-Übersicht

E-Mail an Christoph Niemann:


Eine Kopie der Nachricht an die eigene Adresse senden
captcha
Einfach die Zahlen-/Buchstabenkombination abtippen!
Wichtig: Gross- und Kleinschreibung beachten!
Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen

* Pflichtfelder dürfen nicht leer gelassen werden