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11.09.2016 Sonntag E-Mobility im Wasserrettungsdienst in Scharbeutz

Seit Beginn der Saison 2016 hat die DLRG Haffkrug-Scharbeutz ihr erstes elektrisches Side-by-Side-ATV in Dienst gestellt. Ziel war die Erprobung der E-Mobility im Wasserrettungsdienst. Möglich gemacht wurde das durch die Bereitstellung eines "Polaris Ranger EV" von Rainer Diederich und seinem Quadcenter. Vielen Dank hierfür!

Generelle Vorteile von Elektrofahrzeugen sind das Fehlen von Abgasen und Motorengeräuschen, sowie ihre Effizienz auf Kurzstrecken. Auf den ersten Blick wirkte somit das Fahrzeug ideal für den Einsatz am Strand, da hier überwiegend Kurzstrecken zu fahren sind und Besucher am Strand nicht durch den Lärm belästigt werden. Während der Saison erregte das Fahrzeug mit seinen wenigen Geräuschen viel Aufmerksamkeit und wirkte wie ein "Touristenmagnet". Viele der Strandbesucher zeigten sich begeistert von der Neuerung und informierten sich im Gespräch mit der Besatzung über das ATV. Dennoch birgt die Verminderung der Geräuschpegel auch neue Herrausforderungen für den Fahrer und seine Besatzung, da diese umso mehr auf die Strandbesucher achten müssen. Durch das fehlende Geräusch werden die Erwachsenen, aber vorallem auch die Kinder nicht über das sich annähernde Fahrzeug gewarnt, weshalb ein höheres Maß an Aufmerksamkeit von den Fahrzeugführern gefordert ist, als es ohnehin schon der Fall war.

Die ATVs in der DLRG Haffkrug-Scharbeutz werden am Strand im Sanitätsdienst und für den Anhängerbetrieb mit IRBs genutzt. Im Sanitätsdienst erwies sich das Fahrzeug, welches standardmäßig mit AED und einer Sauerstoffeinheit ausgestattet ist, als funktional. Das Fahrzeug kann zur Unterstützung beim Patiententransport verwendet werden. Beim Anhängerbetrieb und dem Slippen und Trailern der IRBs steht das "Polaris Ranger EV" seinen mit Verbrennungsmotoren ausgestatteten Mitstreitern in keinem Punkt nach.

Das Fahren selbst unterscheidet sich kaum von einem anderen Automatikfahrzeug. Der "Polaris Ranger EV" ist bei 40km/h abgeriegelt, damit der äußerst leistungsfähige Motor die Akkus nicht zu schnell entlädt. Bei voll geladenen Akkus ist eine maximale Reichweite von 40km gewährleistet. Um die Akkus zu 100% zu laden, ist eine Ladezeit von 8h nötig. Da aber an fast allen Tümen der Wasserrettungsstation Scharbeutz normale 230 Volt Steckdosen verbaut sind, können die Akkus wenn das Fahrzeug nicht bewegt wird, geladen werden. Somit bleibt es auch im Laufe des Tages voll einsatzbereit.

Modifikationen am Fahrzeug wurden nur im kleinen Rahmen durchgeführt. So wurde z.B. die Anbringung des Nummerschildes so verändert, dass sie beim Anhängerbetrieb nicht im Weg ist und beim Kippen der Ladefläche nicht an den Reifen kommt und beschädigt wird.

Insgesamt war der Praxistest von sehr wenigen Komplikationen geprägt und die Erwartungen an das Fahrzeug wurden übertroffen. Das "Polaris Ranger EV" steht den anderen ATVs, welche in der DLRG Haffkrug- Scharbeutz im Einsatz sind, nichts nach. Die durchweg positive Rückmeldung der Strandbesucher überzeugt ebenfalls und sollte bei einer Evaluation nicht vernachlässigt werden. Aufgrund des positiven Testergebnis ist nicht auszuschließen, dass die Anzahl an Elektrofahrzeugen in der DLRG Haffkrug-Scharbeutz in Zukunft noch steigen wird.

Das Projekt E-Mobility am Strand ist, genau wie das Projekt "Luftaufklärung in der Wasserrettung" beim diesjährigen DLRG-Kongress vertreten.

Kategorie(n)
WRD, Presse, Verein, Technik

Von: Christoph Niemann

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